Bauwissen

Dach


Vom Schutzdach zum Nutzdach
Die Zeiten, da der stiefmütterlich behandelte Dachboden lediglich zusätzlicher Abstellraum war bzw. den Kindern bestenfalls den Abenteuerspielplatz in den eigenen vier Wänden bot, sind längst vorbei.
Wer sein Dach saniert, muss dabei auch etwas für den Wärmeschutz tun.
Bei einem geneigten Dach wird die Konstruktion vom Grundriss, der Dachform, der Dachneigung und einer evtl. Dachraumnutzung (Dachausbau) bestimmt.
Flachdachkonstruktion
Flachdächer werden auf flachgeneigten Holzunterkonstruktionen oder ebenen Massivdecken ausgeführt. Flachdächer sollten immer mit einem leichten Gefälle ausgestattet werden, um eine problemlose Entwässerung der Dachfläche bei Niederschlägen zu ermöglichen.
Da Wärme bekanntlich nach oben steigt, birgt das Dach ein erhebliches Einsparpotenzial in puncto Energie, denn 15 bis 20 % des gesamten Energieeinsatzes können durch eine optimale Dämmung des Daches eingespart werden.
Für die Anordnung der Dämmschicht existieren im Prinzip vier Alternativen.
Die Wärmedämmung eines Flachdachs hat die Konstruktion vor temperaturbedingten Spannungen zu schützen – und die Aufgabe, Sommer wie Winter für eine angemessene Raumtemperatur zu sorgen.
Dachdeckungen
Die Art der Dachdeckung ist abhängig von der Dachneigung. Sie muss regensicher, wetterfest und feuerhemmend sein. Je mehr Fugen bei ihrer Verlegung entstehen, umso schneller muss das Wasser abfließen können, d.h. umso steiler muss die Dachfläche sein.
Zum einen schützt die Dachabdichtung das Bauwerk gegen Niederschlagswasser und ist dicht gegen vorübergehend auf der Dachfläche stehendes Wasser. Zum anderen muss die Dachabdichtung widerstandsfähig gegen wechselnde Temperaturen – Temperaturunterschiede von 80 bis 100 °C zwischen Sommer und Winter sind hier möglich – und mechanische Beanspruchung durch Setz- oder Dehnbewegungen sein.
Geneigte Dächer werden über Dachrinnen und Regenfallrohre entwässert. Eine Dachrinnenheizung verhindert das Einfrieren. Vor einer Fassadeninstandsetzung müssen Dachrinnen und Regenfallrohre überprüft werden. Dachabläufe dienen der Entwässerung von flachen Dächern.
Dachfenster erlauben komfortable Lichtblicke
Wohnfenster im Dachgeschoss sind Voraussetzung für ein gesundes und komfortables Wohnen. Die moderne Generation ermöglicht nicht nur den freien Blick in die Umgebung und in den Himmel, sondern lässt die Sonne herein, ohne den Raum zu sehr aufzuheizen.
Wer auch im Dachgeschoss nicht auf das Bad in frischer Luft verzichten will, der erweitert die Wohnfläche um eine Dachterrasse. Voraussetzung ist die ausreichende Tragfähigkeit der Dachfläche.
Angesichts der besonderen witterungsbedingten und thermischen Belastungen sollten Sie alle Dachteile in regelmäßigen Abständen (ca. 3 bis 5 Jahre) und insbesondere nach schweren Unwettern (Sturm, Hagelschlag) durch einen Fachmann auf Mängel prüfen lassen. Auftretende Schäden sollten umgehend behoben werden, um kostspielige Folgeschäden zu vermeiden. Folgende Prüfungen sind empfehlenswert:
Von Dacherneuerung spricht man im Falle der Instandsetzung von Teilen oder des kompletten Abrisses des vorhandenen Daches und seines Neuaufbaus, gegebenenfalls mit Änderung der Form und Neigung.