Planung, Ausschreibung, CAD

Bauen im Bestand

Maßnahmen

Der Werkstoffauswahl in der Trinkwasser-Installation kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Entscheidung, wann und unter welchen Bedingungen ein Werkstoff eingesetzt werden kann, muss für jeden Einzelfall und unter Berücksichtigung der Wasserbeschaffenheit getroffen werden.
Trinkwasser ist bei Stagnation chemischen, physikalischen und mikrobiellen Änderungen unterworfen. Dies ist bei der Auswahl zu berücksichtigen.
Eine hohe Bedeutung haben hygienischen Aspekte. Um die Anforderungen der Trinkwassserverordnung (TrinkwV) einzuhalten, ist darauf zu achten, dass unter üblichen Betriebsbedingungen der Wasserwechsel begünstigt wird (Dimensionierung, möglichst kurze Leitungswege).
Werkstoffe, Bauteile und Apparate für die Trinkwasser-Installationen müssen den einschlägigen Produktnormen und Regelwerken (z. B. DIN/DVGW) entsprechen.
Bei der Planung und Umsetzung einer Sanierung ist die VDI-Richtlinie 6001 "Sanierung von sanitärtechnischen Anlagen - Trinkwasser" zu beachten.
Wichtig ist die Bereitschaft der Anlagenbetreiber einer kontinuierlichen Überwachung und frühzeitigen Wahrnehmung von Veränderungen an der Installation. Schädigende Einflüsse können so gestoppt und Sanierungsmaßnahmen erfolgreich und kostengünstig durchgeführt werden.
Das vorgesehene Sanierungsverfahren muss für die Anwendung in Trinkwasseranlagen zugelassen und sollte hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Je nach vorliegendem Schadensbild kann eine örtliche Reparatur, eine Teilerneuerung oder Kompletterneuerung notwendig werden.
Die Sanierungsverfahren beinhalten die Arbeitsschritte Bestandsaufnahme, Reinigung und Entfernung der Ablagerung durch mechanische Verfahren (z. B. Sandstrahlung) oder chemische Verfahren, Innenbeschichtung (z. B. durch Epoxidharz) und ggf. anschließende Maßnahmen zur Wasseraufbereitung bzw. -behandlung.
Eine Schadstoffbelastung des Trinkwassers durch die Hausinstallation lässt sich durch eine Untersuchung auf Schwermetalle feststellen. Soweit verzinkte Stahlrohre Bestandteil der Hausinstallation sind, sollte das Wasser, besonders in landwirtschaftlich genutzten Gegenden, zusätzlich auf den Nitratgehalt untersucht werden.
Grundsätzlich sollten die Maßnahmen so konsequent, zuverlässig und dauerhaft wie möglich durchgeführt werden. Dies bedeutet, Bleirohre, Zinkrohre mit hohem Cadmiumanteil und mit bleihaltigem Lot gelötete Kupferrohre müssen ausgetauscht werden. Ist ein gesamter Rohraustausch kurzfristig nicht möglich, kann es bei Mischinstallationen sinnvoll sein, mindestens die Verbindungsstellen verschiedener Metalle durch Kunststoffrohrstücke zu ersetzen, um so die elektrolytische Korrosion zu reduzieren. Eine kurzfristige Möglichkeit besteht darin, mindestens die Trinkwasserleitungen für die Versorgung der Küche zu erneuern.
Durch Wasseraufbereitungsmaßnahmen kann die Aggressivität des Trinkwassers verringert werden. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang eine Entsäuerung des Trinkwassers. Weiches Wasser kann durch Filtration über Kalziumcarbonat auf einen pH-Wert um 8,0 angehoben werden. Durch diese Aufbereitung wird die Löslichkeit der Schwermetalle erheblich reduziert, und die verbleibenden Zink- und Kupferkonzentrationen sind im Einzelfall tolerierbar.
Als temporäre sofortige Maßnahme ist das Ablaufenlassen des Wassers zu empfehlen, wodurch eine deutliche Verringerung der Schwermetallkonzentration erzielt wird, da die Stagnationszeiten in der Leitung entfällt.