Bauen im Bestand
Methoden der Bestandserfassung und Bestandsaufnahme
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Die Erhaltung, Umnutzung, Modernisierung und Ergänzung alter Bausubstanz ist notwendig, weil Gebäude, die einst für einen speziellen Zweck geplant und gebaut wurden, heute neuen Anforderungen angepasst werden müssen. Damit dies gelingt ist die genaue Kenntnis der baulichen Rahmenbedingungen erforderlich. Optimale Planungsressourcen in Verbindung mit hohem Fachwissen gewährleisten ein gutes Ergebnis. Je früher und je besser sich Planer und Bauausführende auf die bestehende Bausubstanz einstellen, umso höher ist die Qualität ihrer Leistungen.
Damit wird die Gebäudebestandsaufnahme zu einem grundlegenden Instrument für erfolgreiches Bauen im Bestand. Sie bildet die Grundlage einer an ökonomischen Grundsätzen orientierten Planung und stellt die wesentlichen Informationen auch für die weiterführende Nutzung des Gebäudes zur Verfügung.
Als Methoden der Bestandaufnahme kommen in Frage:
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Da eine detaillierte Bestandserfassung einen erheblichen Aufwand an Zeit und Kosten erfordert, ist das Kosten-Nutzer-Verhältnis und die tatsächliche Verwendbarkeit der zu erhebenden Daten im Voraus abzuklären.
Für die Erfassung, Darstellung und Verwaltung sind die verschiedenen traditionellen und computergestützten Informationsmittel zu berücksichtigen: Zeichnungen, Fotografien, Videos, Beschreibungen, Kennziffern in Text und Tabellenform, Audiodokumente. Oberstes Ziel muss es sein, die verschiedenen Informationen übersichtlich zu ordnen und im Sinne der digitalen Kommunikation über definierte Schnittstellen allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen.
Ein grafisches, computerunterstütztes Verfahren zur schnellen und ökonomischen Bestandsaufnahme bietet die Tachymetrie. Hierbei werden die gemessenen, über eine spezielle Aufmaßsoftware ausgewerteten Daten sofort grafisch in CAD-Pläne umgesetzt, die ergänzt und mit zusätzlichen Informationen versehen werden können. Das Messprinzip ist einfach, die Messung erfolgt schnell und berührungslos durch punktgenaues Anzielen einer Messstelle mit einem Laserstrahl. Das vom Laserpunkt reflektierte Licht dient zur Bestimmung der Distanz. Die Reichweite ist abhängig vom Reflexionsvermögen und der Oberflächenbeschaffenheit der Messstelle.
Bei der Auswahl eines Aufmaßprogrammes sollte man auf ausreichende Flexibilität achten. Es sollte möglich sein, während der Messung auch manuelle Eingaben in das System zu integrieren. Merkmale der computergestützten Bestandserfassung sind:
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eindeutige Bestimmung der wesentlichen Gebäudepunkte
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berührungsfreie Messung mit hoher Genauigkeit
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rationeller Einsatz von Personal und Zeit
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universelle Anwendbarkeit (Aufmaß und Absteckung)
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unmittelbare Umsetzung der Messdaten in die CAD-gestützte Planung
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differenzierbare Ergebnisse und Planinhalte durch die Möglichkeiten entsprechender Layerbelegung
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freie Verfügbarkeit und Weiternutzung der Ergebnisse für alle Sanierungsbeteiligten durch definierte Schnittstellen
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Aufnahme von Raumbuchinformationen
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digitale Fotodokumentation (Digitalkamera oder Scannen konventioneller Fotos)
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digitalisieren vorhandener Bestandspläne
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Erfassung haustechnischer Bestandsdaten und Darstellung der bestehenden Verbräuche (Gas, Wasser, Strom etc.)
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Übernahme der Daten aus der energetischen Untersuchung der Gebäudehülle (Thermographie, Blower-Door-Test)
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Im Sinne der Nachhaltigkeit kommt der energetischen Bestandsaufnahme besondere Bedeutung zu. Grundlage jeder energetischen Bestandsaufnahme ist die Ermittlung der gebäudebezogenen Energieverbräuche. Dies geschieht am sinnvollsten aus den Abrechnungen der Energieversorger. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden. Aus der Angabe des Energieverbrauchs lässt sich jedoch noch keine Beurteilung der Energieeffizienz ableiten. Entscheidend dafür ist der zeitliche Bezug (Kalenderjahr, Heizperiode) und die Gebäudegeometrie. Im Gebäudebereich werden Energieverbräuche in der Regel auf die Energiebezugsfläche oder das Energiebezugsvolumen bezogen. Die daraus resultierenden Energiekennwerte sind Grundlage der energetischen Gebäudebewertung und Maßstab für die Effektivität der durchgeführten Sanierungsmaßnahmen.
Die beiden wichtigsten Energieverbrauchskennwerte sind der Heizenergieverbrauchskennwert und der Stromverbrauchskennwert.
Zur Durchführung der energetischen Bestandsaufnahme stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.
